Mir gefällt deine Geburt!

Ich bin ein Stalker. Ja, ich gebe es zu. Ich war es schon immer und bin es heute noch.

Nicht falsch verstehen. Ich bin nicht gefährlich oder so, keineswegs. Aber ja, ich bin ziemlich gut im Leute-Beobachten. Natürlich hauptsächlich die, die ich interessant finde. Also hauptsächlich Männer. Die süss sind. Und Verflossene.

Aber heute bin ich viel harmloser als früher. Versprochen!

Damals habe ich mir nämlich noch die Mühe gemacht, mich mit meiner kleinen Schwester im Garten meines Schwarms zu verstecken und darauf zu warten bis er rauskommt. Um dann „gaaanz zufällig“ an ihm vorbeizulaufen. „Oh, was für ein Zufall?! Was machst duuu denn hier?“

Mit dem Typen wurde nie was. War wohl zu aufdringlich.

Egal. Heute verstecke ich mich nicht mehr im Salatbeet meines Schwarms. Heute gibt’s Facebook. Und Insta. Und Snapchat und weiss dä Gugger was.

Jackpot – wenn man feststellt, dass der Typ ein öffentliches Profil hat.  Und Jackpot zum zweiten, wenn man darauf kein Knutschbild mit einer Frau findet.

Enorm spannend, was man da so alles erfährt. Oh – da war er mal in Mexico. Oh – der arbeitet ja im Migros. Und noch spannender wird’s wenn man auf der Timeline etwas runterscrollt und Bilder aus dem Jahr 2012 findet. Oh – der hatte ernsthaft ein Spongebob-Shirt an. Okaaaay???

Spongebob hin oder her. Stalker habens heute cheibe eifach. Aber das Stalking der Neuzeit hat definitv auch seine Tücken.

Zum Beispiel dann, wenn man scrollt...

Und scrollt...

...Und ausgerechnet beim Punkt „Geburt“ der Zeigfinger zuckt.

„Giulia Staub gefällt deine Geburt!“

Oh mann, Salatbeete waren mir irgendwie lieber.