Neulich im MRI

Ihr kennt sie vielleicht auch. Die wahrscheinlich hässlichste Röhre der Welt. Nicht unbedingt äusserlich. Aber das Gefühl, das man empfindet, wenn man in dieser Röhre steckt, ist so richtig hässlich.

Das MRI - Magnetic Resonance Imaging – diese FUTURE-STARWARS-ROBOT Maschine, die deinen Körper scannen kann, ohne gefährliche Röntgenstrahlen auszusetzen. Da läuft nämlich alles nur magnetisch. Toll.

Aber nur schon wenn man den Raum betritt (in diesen krankmachenden grünen Spitalkleidern) und das Monster von Maschine sieht, möchte man eigentlich nur noch umdrehen und davonrennen. Dass mir meine Ärztin danach erklärte, dass jedes einzelne Piercing an meinem Körper höchstgefährlich sei und mich mit einer Tornado-Wucht an die Wand der Röhre ziehen würde – machte meinen Eindruck von diesem Viech nicht unbedingt besser.

Aber zum Glück habe ich keine Piercings. Nur ein Kristallstein auf dem Zahn das hoffentlich nicht magnetisch ist. Oder? Nein. Und mein Nagellack ist bestimmt auch nicht magnetisch. Oder?

„So, denn leged si ihre chopf bitte genau da ane, dänn düend mer ihne ihre Chopf befeschtige.“

Klar. Welch Freude. 1 Stunde lang werde ich in diesem Teil verbringen müssen. Mit einem befestigten Kopf. Mit Platz von 5 cm oberhalb meines Kopfes.

„Platzangst händ sie kei oder?“ Neneeeeei. Oder vilicht scho?

„Mer händ ihne obe an Chopf es Spiegeli montiert. Wänn sie wänd chönd sie mit dem chli use luege. Und im Notfall trucked sie eifach dä Notfallchnopf. Aber würkli nur im Notfall.“

Klar.

Die Maschine setzte sich in Bewegung. Mein befestigter Kopf fuhr in die Röhre. Notfallknopf fest in der Hand. Für den Notfall.

Lass uns doch etwas in das Spiegeli schauen. Dann sehe ich wenigstens etwas raus.

Falsch gedacht. Denn blöder wird’s, wenn die Ärztin den Spiegel verkehrt rum montiert. Denn was ich sah, war ein Kopf. Ein Kopf mit riiiesigen Augen. Eingesperrt in einem Gitter. Es war mein befestigter Kopf.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich den Notfallknopf so schnell drücken würde.