Wenn Tangas auf der Strasse liegen...

Ich liebe mein rosarotes Velo. Auch wenn es alt ist. Und etwas rostig. Und eigentlich viel zu klein. Und obwohl von drei Gängen nur einer funktioniert. Der strengste. Selbst wenn  ich deshalb auf steilen Strassen verdammt langsam werde, während die anderen Velofahrer an mir vorbeidüsen und denken:

„Wieso schaltet die nöd eifach?!“

„Willi nöd chan!“

Und auch wenn während der Fahrt ständig das rechte Bremskabel runterfällt und ich es dann in der Hand halten muss, damit es sich nicht im rollenden Rad verhängt und ich vorne über das Lenkrad fliege. (Es wäre jetzt zu peinlich zuzugeben, dass dies tatsächlich mal passiert ist...)

Und auch wenn ich mit meinem alten Dynamo am Velo die halbe Nachbarschaft wecke, weil es so verdammt laut surrt. Egal. Mein Velo ist einfach toll.

 Wie gesagt ist es rosa. Das ist schon Grund genug für toll. Ausserdem hat es ein richtig herziges Chörbli und es hat am Veloflohmi nur 50 Franken gekostet.

 Auf die Frage „Wieso gasch nöd äntli mal zum Velomech?“ habe ich eine plausible Antwort. Die Reparatur würde mehr kosten als das Velo selbst. Ich bin doch nicht blöd. Schliesslich geht das auch so.

 Mit diesem Ding kann man nämlich wirklich alles machen. Ich gehe zum Beispiel häufig mit dem Velo einkaufen. Das Chörbli hat die perfekte Grösse für das Wichtigste. Einen Sack voll mit Himbeeri-Jogurt, Knuschper-Müesli und Abschminktüechli. Das WC-Papier hänge ich an den linken Velolenker und meine Handtasche über meine rechte Schulter. Damit ich auf beiden Seiten etwa gleichviel Gewicht habe, um nicht umzufallen. (Auch das wäre jetzt zu peinlich zuzugeben, dass dies tatsächlich mal passiert ist...)

 Mein Chörbli ist ausserdem auch sehr praktisch um ins Pilates-Training zu fahren. Da packe ich einfach mein Mätteli, mein Sportoutfit, frische Unterwäsche, Socken und das ganze Necessaire-Gschmeus in eine Tasche und stelle es in das Chörbli. Wichtig hier: Das ganze Zeug in eine verschliessbare Tasche zu packen, nicht dass alles während der Fahrt herausfliegt. (Auch das... okay, ja auch das ist mir tatsächlich mal passiert.) Aber zum Glück konnte ich alles wieder einsammeln. Die Pünktli-Socken bei der letzten Linkskurve, den Sport-BH am Steilhang und meinen neuen Spitzentanga – wo wohl – auf dem Zebrastreifen. Der nette Herr, der den Zebrastreifen überquerte, staunte nicht schlecht, als ich vor seinen Augen meinen Tanga auflas. Aber egal...

 ..denn wie gesagt. Ich liebe mein Velo.